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Wer ist Jesus (seite 7)

Von Anthony Buzzard   

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  Wenn wir Philipper 2 erneut ansehen, müssen wir uns die Frage stellen, ob Paulus in diesen Versen wirklich darauf anspielt, dass Jesus vor seiner Geburt schon gelebt hat. Der Zusammenhang des Abschnitts und seiner Bemerkungen zeigt uns, dass er die Heiligen dazu auffordert, demütig zu sein. Es wird immer wieder gefragt, ob die Möglichkeit besteht, dass Paulus seine Belehrung dadurch bestärkt haben könnte, indem er seine Leser auffordert, die Gesinnung eines solchen anzunehmen, der zuerst ewiger Gott war und dann die Entscheidung traf, Mensch zu werden. Es erscheint auch eigenartig für Paulus, sich auf den präexistenten Jesus als den Messias zu beziehen und so den Namen und das Amt in die Ewigkeit zurückzuverlegen, welches er bei seiner Geburt erhalten hatte.

     Bei dieser Textstelle in Philipper 2 kann Paulus viel einfacher in Anbetracht seines Lieblingsthemas verstanden werden: Christologie von Adam. Es war Adam, der als Gottes Sohn im Bild Gottes geschaffen worden war (1. Mose 1,26; Lukas 3,38), während Jesus, der zweite Adam (1. Korinther 15,45) ebenso in Gestalt Gottes war („Bild“ und „Gestalt“ sind zwei Worte, die austauschbar sind)[15] . Doch während Adam unter dem Einfluss Satans die Gleichheit mit Gott ergreifen oder rauben wollte („Ihr werdet sein wie Gott“ – 1. Mose 3,5), tat Jesus das nie. Obwohl er jedes Anrecht auf ein göttliches Amt hatte, weil er der Messias war, der die göttliche Präsenz widerspiegelte, betrachtete er die Gleichheit mit Gott nicht als etwas, das er rauben wollte. Stattdessen gab er alle Privilegien auf, widerstand der Versuchung Satans, als ihm dieser alle Königreiche der Erde versprach (Matthäus 4,8-10), und verhielt sich sein Leben lang als Diener, bis zu dem Punkt, dass er wie ein Verbrecher gekreuzigt wurde.

      Als Reaktion auf dieses Leben in Demut hat Gott Jesus nun in den Status des messianischen Herrn erhoben, der zur Rechten des Vaters sitzt, so wie Psalm 110 es vorhersagte. Paulus sagt nicht, dass Jesus neuerlich eine Position einnahm, die er für eine gewisse Zeit aufgegeben hatte. Es sieht eher so aus, als ob er diese erhöhte Position nach seiner Auferweckung zum ersten Mal einnimmt. Obwohl er Zeit seines Lebens der Messias gewesen war, wurde seine Stellung öffentlich bestätigt, als er „sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht wurde“ (Apostelgeschichte 2,36; Römer 1,4). Wenn wir den Bericht über das Leben Jesu bei Paulus  in diesem Sinn als eine Beschreibung einer fortwährenden Selbstverleugnung unseres Herrn sehen, so kann man eine enge Parallele mit einer anderen Stelle sehen, an der Paulus über das Leben Jesu spricht. „Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet“ (2. Korinther 8,9). Während Adam gefallen war, erniedrigte sich Jesus freiwillig.

      Die traditionelle Lesart der Textstelle in Philipper 2 hängt fast vollständig vom Verständnis der Position Jesu „in göttlicher Gestalt“ als einer Anspielung auf ein vorheriges Leben im Himmel ab. Verschiedene Übersetzungen haben viel dazu beigetragen, diese Ansicht zu unterstützen. Das Zeitwort „war“ in dem Ausdruck „er, der in göttlicher Gestalt war“ taucht im Neuen Testament häufig auf und bedeutet keinesfalls „existierend seit Ewigkeit“, obwohl einige Übersetzungen dies hineinzwängen wollen. In 1. Korinther 11,7 sagt Paulus, dass der Mann sein Haupt nicht bedecken soll, weil er Gottes Bild und Abglanz ist. Das Verb hier unterscheidet sich nicht von dem „war“ in der Beschreibung Jesu als in göttlicher Gestalt. Wenn schon der gewöhnliche Mann Gottes Bild und Abglanz ist, wie viel mehr dann Jesus, welcher der perfekte menschliche Vertreter Gottes ist, in dem alle Eigenschaften der göttlichen Natur wohnen (Kolosser 2,9). Die Absicht von Paulus in Philipper 2 ist nicht, das komplizierte und weitläufige Thema eines ewigen göttlichen Wesens einzuführen, das Mensch wurde, sondern eine einfache Lektion über Demut zu geben. Wir müssen dieselbe Einstellung wie Jesus haben, wenn wir wie er denken wollen. Aber es wird nicht von uns verlangt, dass wir uns selbst als göttliche Wesen vorstellen, die ihre Göttlichkeit opfern, um als Menschen auf diese Erde zu kommen.

      Es ist nicht allgemein bekannt, dass viele ernsthafte Bedenken hatten, die Stelle in Philipper Kapitel 2 als eine Aussage über die Präexistenz Christi zu nehmen. Ein früherer Regius Professor of Divinity schrieb im Jahre 1923: „Paulus bittet die Philipper eindringlich, von Meinungsunterschieden abzulassen und demütig miteinander umzugehen. In 2. Korinther 8,9 ermahnt er seine Leser, großzügig Almosen zu geben. Es ist fraglich, ob es für ihn natürlich gewesen wäre, diese zwei einfachen moralischen Lektionen durch zufällige Bemerkungen (und die einzige Bemerkung, die er darüber macht) über das weitläufige Problem der Art der Inkarnation zu verstärken. Viele denken, dass seine einfachen Bitten einen größeren Effekt gehabt hätten, wenn er auf das inspirierende Beispiel von Jesu Demut und Selbstaufopferung hingewiesen hätte, wie in 2. Korinther 10,1: „Ich ermahne euch bei der Sanftmut und Güte Christi...“ Der Autor dieser Anmerkungen, A.H.McNeile[16] , schlägt folgende Umschreibung vor: „Obwohl Jesus während seines ganzen Lebens göttlich war, betrachtete er es nicht als ein unter allen Umständen zu erhaltendes Privileg, Gott gleich zu sein, sondern er erniedrigte sich aus freiem Willen (von aller Selbstbehauptung oder göttlicher Ehre), indem er die Form eines Knechtes annahm.

      Paulus weist auf die Tatsache hin, dass Jesus wie jeder andere Mensch auch auf der Bildfläche erscheint („in Menschengestalt“). Wenn man sein Leben als Ganzes betrachtet, so war es ein Prozess der Selbsterniedrigung, der seinen Höhepunkt in seinem Kreuzestod erreichte. Der zweite Adam, im Gegensatz zum ersten, unterwirft sich gänzlich dem Willen Gottes  und erhält als Konsequenz die größtmögliche Erhöhung.

Das Haupt der neuen Schöpfung

      Die Parallele zwischen Adam und Jesus bildet bei Paulus die Grundlage für das Verständnis des Messias. Christus hat zur neuen Schöpfung, der Gemeinde, dieselbe Beziehung wie sie Adam zur Schöpfung in 1. Mose hatte. Beginnend mit Jesus nimmt die Menschheit einen neuen Anfang. Mit Jesus, dem neuen Adam, als Stellvertreter, beginnt die Gesellschaft von Neuem. Diese Übereinstimmung ist ernstlich gefährdet, wenn Jesus letztendlich nicht als ein Mensch begonnen hätte. So wie Adam als „Sohn Gottes“ (Lukas 3,38) geschaffen wurde, so macht die Empfängnis Jesu diesen zum „Sohn Gottes“ (Lukas 1,35). Adam ist sicherlich von der Erde (1. Korinther 15,47), während Jesus der „Mann vom Himmel“ ist – gemäß Paulus nicht bei seiner Geburt, sondern bei seiner Wiederkunft, um die getreuen Verstorbenen aufzuerwecken (1. Korinther 15,47 ff.). In diesem Punkt können wir die Schwachstellen in den traditionellen Ansichten über Präexistenz erkennen. Das Herabkommen Christi vom Himmel zur Erde bezieht sich in den Gedanken von Paulus auf die Parousia – auf das zweite Kommen Christi. Erst im späteren Denken verschob sich der Bezugspunkt auf seine Geburt. So deutet eigenartigerweise die traditionelle Denkart zurück in die Vergangenheit, während uns  die Bibel hauptsächlich auf die zukünftige Wiederkunft Christi in Herrlichkeit hinweist.

 

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[15] Siehe besonders C.H. Talbert, „The Problems of Preexistence in Philippians 2,6-11,“ JBL, 86 (1967), Seiten 141-153. Ebenso G. Howard, „Philippians 2, 6-11 and the Human Christ,“, CBQ 40 (1978), Seiten 368-387.
[16] New Testament Teaching in the Light of St. Paul’s, Seiten 65-66

 

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