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Wer ist Jesus (seite 5)

Von Anthony Buzzard   

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Ehre vor Abraham

     Jesus fand seine eigene Geschichte in den hebräischen Schriften beschrieben (Lukas 24,27). Die Rolle des Messias war dort klar dargelegt. Nichts in den heiligen Schriften deutete an, dass der Monotheismus des Alten Testaments durch das Erscheinen des Messias drastisch gestört werden würde. Es gibt eine  Menge  an Beweisen für die Annahme, dass die Apostel keinen Moment lang die absolute Einheit Gottes in Frage gestellt hätten oder dass das Erscheinen Jesu ein Problem für den Monotheismus aufgeworfen hätte. Deshalb stört es die Einheit der Bibel, wenn man annimmt, dass Jesus in einer oder zwei Textstellen im Johannesevangelium sein eigenes Glaubensbekenntnis, dass der Vater der allein wahre Gott ist (Johannes 17,3), über den Haufen wirft oder dass er sich selbst aus der Kategorie der menschlichen Wesen herausnimmt, indem er von einer bewussten Existenz seit Ewigkeit spricht. Sicherlich kann man sein Gebet um die Herrlichkeit, die er vor Grundlegung der Welt hatte (17,5) einfach verstehen und zwar als Wunsch nach der Herrlichkeit, die im Plan des Vaters für ihn vorbereitet war. Die Herrlichkeit, die Jesus für seine Jünger beabsichtigte, war bereits ebenso gegeben (17,22), aber die Jünger hatten sie noch nicht erhalten[7] .

      Es war typisch für das jüdische Denken, dass alles von höchster Wichtigkeit in Gottes Absicht, wie z.B. Mose, das Gesetz, die Buße, das Reich Gottes und der Messias – mit Gott bereits von Ewigkeit her existierten. In diesem Sinn kann Johannes schreiben, dass die Kreuzigung  vor den Erschaffung der Welt stattgefunden hatte (Offenbarung 13,8). Petrus, der spät im ersten Jahrhundert schrieb, kannte die Präexistenz Jesu nur als Präexistenz im Vorherwissen Gottes (1. Petrus 1,20). Seine Predigten in den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte spiegeln diese Sichtweise exakt wider.

      Doch was ist mit dem bekanntesten Beweistext in Johannes 8,58, dass Jesus bereits vor Abraham gelebt hatte? Bringt Jesus letztendlich alles durcheinander, wenn er auf der einen Seite sagt, dass der Vater alleine der einzig wahre Gott ist (17,3; 5,44) und dass er selbst nicht Gott ist, sondern der Sohn Gottes (10,36) und auf der anderen Seite, dass er, Jesus, ebenso ein unerschaffenes Wesen ist? Bestimmt er seinen Status innerhalb des Zusammenhangs des Alten Testaments (Johannes 10,36; Psalm 82,6: 2,7) nur deshalb, um dann zu sagen, er sein bereits vor der Geburt Abrahams am Leben gewesen  und so ein unlösbares Rätsel aufzustellen? Sollte dass Problem der Dreieinigkeit, das niemals zufriedenstellend erklärt werden konnte, nur wegen eines einzigen Textes im Johannesevangelium hervorgebracht werden? Wäre es nicht weiser, Johannes 8,58 im Licht von Jesu späterer Darstellung in 10,36 sowie im Zusammenhang mit dem Rest der Schrift zu betrachten?

      In der gänzlich jüdischen Denkweise, die das Johannesevangelium durchzieht, ist es ganz natürlich zu denken, dass Jesus in einer Art und Weise sprach, die damals unter jenen gebräuchlich war, die in der Tradition der Rabbiner ausgebildet worden waren. Im jüdischen Kontext bedeutet nicht, dass jemand, der behauptet „präexistiert“ zu haben, ein unerschaffenes Wesen ist. Es impliziert jedoch eine sehr wichtige Bedeutung im Plan Gottes. Jesus ist sicherlich der zentrale Grund für die Schöpfung. Doch die schöpferische Aktivität des einen Gottes und sein Erlösungsplan wurden nicht vor der Geburt Jesu in einem einzigartigen erschaffenen Wesen, dem Sohn, manifestiert. Die Person Jesus wurde erschaffen, als Gottes Selbstausdruck in einem menschlichen Wesen Form annahm (Johannes 1,14)[8] .

      Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass Jesus und die Juden oft aneinander vorbei redeten. In Johannes 8,57 sagte Jesus nicht, wie es die Juden verstanden, dass er Abraham gesehen hatte, sondern dass Abraham sich freute, den Tag des Messias zu sehen (V. 56). Der Patriarch erwartete, am Tag des Messias aufzuerstehen (Johannes 11,24; Matthäus 8,11) und am messianischen Königreich teilzunehmen. Jesus beanspruchte, Abraham überlegen zu sein – doch in welchem Sinn?

      Als Lamm Gottes war er vor der Erschaffung der Welt gekreuzigt worden (Offenbarung 13,8; 1. Petrus 1,20), aber natürlich nicht im wahrsten Sinne des Wortes, sondern in Gottes Plan. Auf diese Weise war Jesus also vor Abraham. So konnte Abraham nach vorwärts auf das Kommen des Messias und seines Königreiches schauen. Der Messias und sein Reich existierten deshalb vorher in dem Sinne, dass sie von Abraham mit Augen des Glaubens gesehen worden waren[9] .

      Der Ausdruck „Ich bin“ in Johannes 5,58 bedeutet sicherlich nicht „Ich bin Gott“. Es ist, wie vielfach angenommen, nicht der göttliche Name, der in 2. Mose 3,14 gebraucht wird, als Jahwe erklärt: Ich bin der selbst – existierende Eine (ego eimi o ohn). Jesus beanspruchte keinesfalls diesen Titel. Die richtige Übersetzung des  ego eimi in Johannes 5,58 ist : „Ich bin er“ – der versprochene Christus (vergleiche denselben Ausdruck in Johannes 4,26: ‚Ich, der zu euch spricht, bin er‘ (der Christus) )[10] . Bevor Abraham geboren wurde, war Jesus schon im Voraus bekannt (1. Petrus 1,20).  Jesus beansprucht hier in außergewöhnlicher Weise seine äußerste Wichtigkeit in Gottes Plan.

Der logos in Johannes 1,1

     Es besteht kein Grund, außer der Macht der Gewohnheit, das „Wort“ in Johannes 1,1 als eine zweite göttliche Person zu verstehen, die schon vor der Geburt Jesu existierte[11] . Eine ähnliche Personifizierung der Weisheit in Sprüche 8,22 oder in Lukas 11,49 bedeutet nicht, dass sie eine Person ist. Es gibt keine Möglichkeit, eine „zweite göttliche Person“ in der offenbarten Gottheit, wie Johannes und Jesus sie verstanden, unterzubringen. Der Vater bleibt, wie er es immer gewesen ist, der allein wahre Gott (17,3) und der Einzige, der allein Gott ist (5,44). Wenn wir den Begriff logos (das Wort) aus der Sicht des Alten Testaments betrachten, werden wir ihn als Gottes Aktivität in der Schöpfung, als sein kraftvolles, lebenspendendes Kommando, durch das alle Dinge ins Leben gerufen wurden, verstehen (Psalm 33,6-12). Gottes Wort ist die Kraft, durch die seine Absichten umgesetzt werden (Jesaja 55,11) Wenn wir es mit anderen Stellen des Neuen Testaments vergleichen, so können wir das Wort mit der schöpferischen Erlösungsbotschaft, mit dem Evangelium, gleichsetzen (Matthäus 13,19; Galater 6,6 etc.)

      Es ist dieser Ideenkomplex, der die Bedeutung des logos, des Wortes, ausmacht: „Durch es sind alle Dinge erschaffen und nichts ist erschaffen ohne es“ (Johannes 1,3). In Johannes 1,14 „materialisiert“ sich das Wort in einem wirklichen menschlichen Wesen, das seinen göttlichen Ursprung durch seine übernatürliche Zeugung erhält. Von diesem Moment an, „als die Zeit erfüllt war“ (Galater 4,4)[12] , drückt sich der eine Gott selbst in einer neuen Schöpfung aus, als Gegenstück der ursprünglichen Schöpfung in Adam. Die Empfängnis und Geburt Jesu markieren eine neue, noch nie dagewesene Phase in der Geschichte der Absicht Gottes. Als zweiter Adam bereitet Jesus den Weg für das gesamte Programm der Erlösung. Er bahnt den Weg zur Unsterblichkeit. In ihm ist letztlich Gottes Absicht für die Menschen offenbart (Hebräer 1,1).

     
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[7] In einigen jüdischen Schriften wird dem Messias Präexistenz zugeschrieben, doch nur gemeinsam mit anderen verehrungswürdigen Dingen und Personen, wie dem Tabernakel, dem Gesetz, der Stadt Jerusalem, dem Gesetzgeber Mose selbst und dem Volk Israel (Ottley, Doctrine of Incarnation; S. 59)
[8] Vergleiche mit G.B. Caird, The Development of the Doctrine of Christ in the New Testament, S. 79: „Die Juden glaubten nur an die Präexistenz einer Personifikation; die Weisheit war eine Personifikation, entweder einer göttlichen Eigenschaft oder eines göttlichen Zwecks, doch niemals eine Person selbst. Weder das vierte Evangelium noch der Hebräerbrief sprechen von einem ewigen Wort oder der Weisheit Gottes in Ausdrücken, die uns dazu veranlassen, es als Person zu verstehen.“
[9] So sagt H.H. Wendt, D.D., wenn er über Johannes8,58 schreibt: „Das irdische Leben Jesu war von Gott vorherbestimmt und vorhergesehen, lange vor der Zeit Abrahams (The Teachings of Jesus, Vol II, s.176)
[10] Vgl. Edwin Freed in  JTS, 33,1982, s. 163: „In Johannes 8,24 muss  ‚ego eimi‘ (‚ich bin‘) als Hinweis auf das Messiastum Jesu verstanden werden... „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich dieser bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben“.
[11] Siehe Fußnote 8.
[12] Vgl. James Dunn, Christology in the Making, S. 243, wo über Johannes 1, 1-14 geschrieben wird: Die Schlussfolgerung, die sich aus unserer Analyse zu ergeben scheint.... ist, dass wir erst ab Vers 14 von einem persönlichen logos zu sprechen beginnen können... Der Punkt wird durch die Tatsache verschleiert, dass wir (im Englischen), das maskuline logos als „er“ übersetzen müssen (im Deutschen „es“)....Doch wenn wir logos mit „Wort Gottes“ übersetzen würden, käme deutlicher hervor, dass in den Versen 1-13 der logos nicht unbedingt ein persönliches göttliches Wesen bedeuten muss.

 

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